Monatliches Archiv

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Das Massaker in Ankara

Ein Gespräch mit Aktivist*innen aus der Türkei

Am 10. Oktober 2015 fand während einer Friedensdemonstration in Ankara eines der größten Massaker in der jüngeren Geschichte der Türkei statt. In Folge zweier Bombenanschläge starben mehr als 100 FriedensaktivistInnen, hunderte wurden verletzt. Zur Demo hatten Gewerkschaften, basisdemokratische Gruppen, AntimilitaristInnen und die linke HDP (Demokratische Partei der Völker) aufgerufen, auch um gegen die Kriegspolitik der AKP-Regierung zu demonstrieren. Anıl und Cansu sprachen für die GWR mit Aktivist*innen des basisdemokratischen Taşkışla Forums (TF) und Ayfer Fatma Çelik, der Co-Vorsitzenden der HDP Üsküdar. (GWR-Red.)

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»Don’t Believe the hype«

Gespräch über neue Fragen und alte Antworten mit Evgeny Morozov
in (16.12.2015)
Obwohl ›das Internet‹ ja nicht mehr so ganz neu ist, gibt es einen ziemlichen Hype um die Digitalisierung – oder all das, was darunter gemeinhin gefasst wird. Du hast dich als deutlicher Kritiker dieser Entwicklung und der Debatten dazu profiliert – auch mit Blick auf die Akteure des Silicon Valley. Zwei wesentliche Schwachpunkte siehst du in diesen Debatten: Solutionismus und Internet-Zentrismus. Was genau ist damit gemeint?
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»Wir erleben ein Klima des Hasses«

Interview mit Ezgi Kırış und Can Büyükbay über die polarisierte Türkei

Im Sommer 2013 weitete sich der Protest zur Erhaltung des Gezi-Parks zu landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Regierungsweise des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan aus (siehe iz3w 342). Die Gezi-Bewegung wurde als Beginn eines »türkischen Frühlings« bezeichnet. Heute ist die Stimmung in der Türkei vom wachsenden Autoritarismus der wiedergewählten AKP-Regierung und von Terroranschlägen bestimmt. Was ist vom Geist der Protestbewegung geblieben?

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»Wir werden als radikal abgestempelt«

Interview mit Rex Osa über die Selbstorganisierung von Refugees

iz3w: Was bedeutet Selbstorganisation für Dich?

Rex Osa: Praktischer Ausdruck von Selbstorganisation war die Dynamik der Flüchtlingsbewegung 2012. Iranische Flüchtlinge stellten sich entschlossen gegen die Isolation, die zum Tod einer ihrer Freunde geführt hatte und prangerten sie durch ihre Protestzeltaktion an, die sich dann zu einem Marsch nach Berlin entwickelte. Dabei mussten sie einsehen, dass die Selbstbestimmung der Betroffenen mit der antirassistischen Bewegung in Deutschland kollidierte. The VOICE Refugee Forum fordert die antirassistische Solidarität seit zwei Jahrzehnten dazu heraus, paternalistische Solidaritätskultur kritisch zu reflektieren, anstatt irreführenderweise zu unterstellen, man werde unterminiert.

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Here We Are!

Editorial zum Themenschwerpunkt der iz3w 352 (Januar/Februar 2016)

Refugees welcome! Mit diesen Worten setzte die flüchtlingssolidarische Bewegung ein Zeichen gegen das Ausgrenzungssystem, mit dem Geflüchtete auf dem Weg nach Europa konfrontiert sind. Selbst wenn sie das feinmaschige Kontrollsystem überwunden haben, bekommen sie in Erstaufnahmelagern, in Asylheimen oder in der Klandestinität vermittelt, nicht erwünscht zu sein. Refugees welcome: Die UrheberInnen dieser Geste der Solidarität wollten der Schaffung einer gespaltenen Gesellschaft etwas Grenzüberschreitendes entgegenhalten.

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Entgrenzte Vernichtungswut

Hefteditorial iz3w 352 (Jan./Feb. 2016)

Im Mai 2015 sprengte sich der 23-jährige Yannick N. im irakischen Baidschi in einem mit Sprengstoff beladenen LKW in die Luft. Dutzende Menschen starben mit ihm. Yannick N. führte den Anschlag im Rahmen der dschihadistischen Kriegsstrategie des Islamischen Staates (IS) aus. Bis Mitte 2014 hatte er in Freiburg gelebt. Wegen seiner Entwicklungsstörung und weil er obdachlos war, benötigte er die Unterstützung der Freiburger Straßenschule. Im Frühsommer 2014 beobachteten SozialarbeiterInnen, dass Yannick N. sich in kürzester Zeit radikalisierte und einer islamistischen Gruppe zuwandte. Seine Bekannten gehen davon aus, dass er gezielt von Angehörigen des IS angeworben wurde – in einer für ihn schwierigen Zeit, in der er verzweifelt nach Anerkennung und Gemeinschaft suchte.

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Charaktermaskerade

Goethe und Marx. Allegorien der Warenform im Faust II

Dieser Artikel will eine Erkenntnis wieder ins Bewusstsein rufen, der die Zeit, zu der sie formuliert wurde, nicht günstig war. Es handelt sich um eine Deutung des zweiten Teils von Goethes Faust durch den Germanisten Heinz Schlaffer. Schlaffer ist einer der Scharfsinnigsten seines Fachs und hat im Jahr 1981 im Verlag Metzler ein Buch mit dem Titel veröffentlicht: Faust Zweiter Teil. Die Allegorie des 19. Jahrhunderts.

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Digitales Spielen als widersprüchlicher Kulturprozess

Spiele als Kultur
Die Welt der PC-Spiele ist mir fremd. Ich muss sie mir erschließen wie eine fremde Kultur, in der ich nie heimisch war. Aber um mich herum werden immer mehr Menschen erwachsen, die als Gamer groß geworden sind. Die Kultur ihrer Generation beginnt mich einzuhüllen und ich muss mich darauf einstellen, wie sie drauf sind und die Welt verändern. Ich sehe Verluste an Ernsthaftigkeit, an traditioneller buchbezogener Bildung, an Reflexionsfähigkeit und Kohärenz der Lebensgestaltung. Aber ich bin auch neugierig darauf, was sie mitbringen aus dieser Praxis.

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