1968

Was war noch mal gleich die Frage?

Zehn Überlegungen zur Aktualität von `68

1. Die Dialektik der Rebellion anerkennen …

Wenn wir heute nach dem Erbe von `68 fragen, können wir das in zweifacher Hinsicht tun: Entweder, in dem wir fragen, wie der neoliberale Kapitalismus Diskursfragmente des Mai `68 okkupiert und umgeschrieben hat – also wie seine Revolte abgebrochen ist. Oder wir können fragen, welche Kämpfe erfolgreich waren und was das Unabgegoltene ist, das bis heute Gültigkeit hat und (vorläufig) uneingelöst blieb.

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Achtundsechzig war weiblich

Die Frauen wurden Achtundsechzigerinnen, indem sie sich selbst und das Land veränderten.

Für die Geschichte des weiblichen Achtundsechzig gilt: Der feministische Teil der Studentenproteste wird geringgeschätzt und als Nebenaspekt des politischen, männlichen Achtundsechzig betrachtet. Bücher über Achtundsechzig zeigen auf dem Umschlag junge Männer, allen voran Rudi Dutschke, Daniel Cohn-Bendit, Fritz Teufel und Rainer Langhans. Auch Talkshows und Zeitungsinterviews präsentieren fast ausschließlich männliche Veteranen, die die Geschichte der 68er als einer politischen Generation kommentieren.

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50 Jahre 68 und die neuen Frauenbewegungen

Vom Tomatenwurf zu Netzfeminismus und #MeToo. Ein Interview mit Gisela Notz
Die promovierte Historikerin und Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz lebt in Berlin und war von 1979 bis 2007 hauptberuflich wissenschaftliche Referentin für Frauenforschung im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie wirkte als Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessorin an verschiedenen Unis, war Dozentin an der Internationalen Frauenuniversität in Hannover, Bundesvorsitzende von Pro Familia und von 1985 bis 1997 Redakteurin der Zeitschrift „beiträge zur feministischen theorie und praxis“.
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1968 war die Zündung

Ich wollte etwas Abenteuerliches, Irrationales, stark Emotionales. Das fand ich bei den Anarchisten

Die Ereignisse von 1967 und 1968 erreichten mich über die Nachrichten, im Radio und Fernsehen. Da braute sich etwas zusammen, was mich als Jugendliche magnetisch anzog.

 

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„Auf der Seite der Revolte“

Bernd Drücke im Gespräch mit Jochen Schmück, der im Juni 2013 mit dem Erich-Mühsam-Preis geehrt wurde

Jochen Schmück, geboren 1953 in Frankfurt an der Oder, lebt in Potsdam. Der Verleger und Herausgeber von Veröffentlichungen des Libertad Verlages ist Mitbegründer des Forschungs- und Dokumentationsprojektes DadA - Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus (1) und des Lexikons der Anarchie im Internet. Am 19. Juni 2013 führte GWR-Redakteur Bernd Drücke im Studio des Medienforums Münster das folgende Gespräch mit dem telefonisch aus Potsdam zugeschalteten Initiator des neuen DadAWeb (2). Wir veröffentlichen es als gekürzten Vorabdruck aus dem voraussichtlich im Oktober 2013 zur Frankfurter Buchmesse erscheinenden und von Bernd Drücke im Karin Kramer Verlag herausgegebenen Interviewbandes „Anarchismus Hoch 2. Soziale Bewegung, Utopie, Realität, Zukunft“ (ca. 260 Seiten, ca. 19.80 Euro, ISBN 9783879563753).

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Ho, Ho, Ho-Chi-Minh

Vietnam zwischen Jürgen Horlemann und Peter Scholl-Latour

Artikel erschien zuerst in dem von Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker herausgegebenen Sammelband „Schlagwörter und Schlachtrufe“, Band 2, Leipzig 2002, Militzke Verlag, S. 81ff.

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Theorien einer Revolte


Die ganz große Aufregung rund um das vierzigjährige Jubiläum von „1968“ hat sich – den Sommermonaten sei Dank – inzwischen gelegt. Für diejenigen, die trotz des medialen und publizistischen Wirbels im Frühjahr noch immer nicht genug bekommen können, bieten daher die kommenden Monate Gelegenheit, das Phänomen „1968“ abseits der ausgetretenen Pfade – zumeist die Nacherzählung bekannter Ereignisse, Stichwort Pariser Mai – unter neuartigen Perspektiven zu betrachten. Eine von vielen Möglichkeiten für eine solche Annäherung stellt das Büchlein 1968.
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