Gesellschaft

Dirty Aesthetics

Künstlerische Wissensproduktion und die Notwendigkeit nicht nur kunstkritischen Urteilens

So populär die Gleichung Kunst = Wissensproduktion seit ihrem offensiven In-Erscheinung-Treten auf der documenta 11 (2002) geworden ist, so heftig umstritten bleibt sie. Einer inzwischen unüberschaubaren Vielfalt dessen, was sich als recherchebasierte, forschende oder wissensproduzierende Kunst bezeichnen lässt, steht nach wie vor vehemente Kritik entgegen. Grob vereinfacht verfolgt diese Kritik dabei zwei unterschiedliche Stoßrichtungen – die in ihren Kunstauffassungen und, einhergehend damit, ihren politischen Implikationen gegensätzlicher kaum sein könnten.

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Shawq (Sehnsucht)

Die syrische Ramadan-Serie zur Entführung von Razan Zeytouneh
in (26.02.2018)
Syrische Ramadan-Serien umfassen gut dreißig Folgen und sind seit Beginn der 2000er Jahre in der gesamten arabischen Welt beliebt. Längst haben sie den ägyptischen Soaps den Rang abgelaufen. Auch im Krieg wird weiter produziert: regimetreue Serien, die im Land hergestellt werden ebenso wie oppositionelle Werke mit Drehorten im Ausland und Finanzierung aus dem Golf. Shawq beginnt mit einem kurzen Text der besagt, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert, man aber ihren tatsächlichen Verlauf im Krieg nicht kennen kann.
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Epistemisches Unbehagen

Die partizipative Entwicklung des Krisenengagements der Bundesrepublik und ihre Kritik

Der Verweis auf zivile Alternativen zum Militärischen hat nicht nur in der Friedensbewegung Tradition: zur Landesverteidigung gibt es die Soziale Verteidigung, zu den Militäreinsätzen die Zivile Konfliktbearbeitung bzw. den Zivilen Friedensdienst, zu Bundeswehrbesuchen an Schulen die Friedensbildung oder zur Rüstungsproduktion und Militärstandorten verschiedene Konversionspläne.

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50 Jahre, 500 Aktive, 5.000 AutorInnen

Hefteditorial iz3w 364 (Jan./Feb. 2018)
1968 war ein besonderes Jahr. Mit den damaligen weltweiten Aufbrüchen und Revolten lassen sich nicht nur Themenschwerpunkte füllen (ab Seite 14). Für das informationszentrum 3. welt und seinen Trägerverein Aktion Dritte Welt ist jenes Jahr noch aus einem weiteren Grund kein gewöhnliches: Im Frühjahr 1968 versammelten sich erstmals junge Studierende in Freiburg, um fortan die Ausbeutung der Dritten Welt zu beenden. Drunter wollten sie es – ganz im Geiste der Zeit – nicht machen. Die Anfänge der von ihnen ins Leben gerufenen Aktion Dritte Welt waren zwar eher sozialdemokratisch-reformorientiert denn revolutionär-antikapitalistisch geprägt. Aber auch sie waren beseelt von der 68er-Idee, die Welt umzuwälzen – und vor allem: das auch tatsächlich zu können!
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Süßer die Handschellen nie klicken …

„Sandsackstellung“: Aktuelle Trends in deutschen Kinderzimmern
Auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für vier- bis zehnjährige Kinder stieß man in der vergangenen Vorweihnachtszeit auf ein ganz besonderes Angebot der Spielzeugfirma Playmobil. Eine „Polizei-Kommandozentrale mit Gefängnis“ soll der Einbildungskraft unserer Jugend auf die Sprünge helfen, die ihre Phantasie sonst meist an so widerständigen Figuren wie Pirat*innen, Hexen, Indianer*innen, und – soweit es um Gewalt von oben geht – allenfalls an sehr historischen Ritter-Figuren austobt. Nun sollen die Kleinen Gegenwart spielen und dabei auf der rechtschaffenen Seite stehen.
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50 Jahre BdWi

Am 26. Oktober 1968 wurde in Marburg auf Initiative des Soziologen Werner Hofmann der Bund demokratischer Wissenschafter (BdW) gegründet. Sowohl Name als auch Kürzel des Verbandes erfuhren im Laufe der Zeit kleinere Veränderungen, ebenso wie die Schwerpunkte der politischen Arbeit. Und natürlich hat auch die Mitgliedschaft der BdWi einige Fluktuation erlebt.

Aber trotz aller Veränderungen besteht der BdWi noch immer und kann somit im kommenden Jahr auf 5 Jahrzehnte Verbandsgeschichte zurückblicken. Dieses Jubiläum wollen wir natürlich angemessen würdigen:

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#MeToo – Und nu?

Sexismus als Unterdrückungsmechanismus verstehen
Die im Dezember 2017 erschienene Graswurzelrevolution Nr. 424 beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der #metoo-Kampagne und dem Thema Widerstand gegen sexualisierte Gewalt. In dieser und den folgenden Ausgaben der GWR wollen wir das Thema weiter vertiefen. (GWR-Red.)
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