Kultur

Afropolitane Kultur und Literatur

Hefteditorial iz3w 357 (Nov./Dez. 2016)

Als die Romanschriftstellerin Taiye Selasi vor über zehn Jahren in einem Essay den Begriff »Afropolitan« kreierte, löste sie eine lebendige Debatte aus.  Der semantische Ursprung ihrer Neuschöpfung liegt in den Wörtern »African« und »Cosmopolitan«. Afropolitan will Schwarze Identitäten dem Kontext von Diskriminierung, Armut und Unterdrückung entreißen und stattdessen jene empowern, die sich nicht darunter subsumieren lassen wollen. So zeichnet Selasi das Bild einer intellektuellen, urbanen Avantgarde: Eine neue Generation afrikanischer AuswanderInnen und ihrer Nachfahren, erfolgreich, gebildet und wohlhabend. AfropolitInnen sind aktive MitgestalterInnen der globalisierten Welt (und damit genau das, was People of Colour Jahrhunderte lang von rassistischer Ideologie abgesprochen wurde). Selasi definiert AfropolitInnen nicht als WeltbürgerInnen, sondern als »WeltafrikanerInnen«, die in Metropolen und zwischen scheinbar bezugslosen Welten zu Hause sind.

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Doing Things Together

Kooperation als Freundschaft in der Kunst?
in (25.10.2016)

Howard S. Becker – US-amerikanischer Soziologe, der viele bedeutende Studien zu den Künsten vorgelegt hat – pflegt sein Leben lang produktive Freundschaften.

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»So wird ein Stück Südafrika in die Welt getragen«

Interview mit dem Ausstellungsmacher Reto Ulrich über afrikanische Comics

Reto Ulrich, Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Basler Afrika Bibliographien (BAB), hat zusammen mit Corinne Lüthy, Antonio Uribe und einer Gruppe Studierender der Universität Basel eine Ausstellung über Comics aus dem südlichen Afrika kuratiert (siehe iz3w 354). Neben einem Querschnitt über zeitgenössische Comic-Kunst aus afrikanischen Ländern, die von westlichen Verlagen weitgehend ignoriert werden, zeigte die Ausstellung »Kaboom! Afrikanische Comics im Fokus« auch Beispiele jener visuellen Klischees und Stereotype, mit denen westliche Comics Afrikanerinnen und Afrikaner dargestellt haben – und es in vielen Fällen bis heute tun. Alexander Sancho-Rauschel hat mit dem Kurator Reto Ulrich in Basel in den Räumen der Basler Afrika Bibliographien über die kaum bekannte Vielfalt afrikanischer Comic-KünstlerInnen gesprochen.

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