Drücke, Bernd

geb. am 24.12.1965 in Unna, Dr. phil., Soziologe, freier Journalist und Autor. Er lebt in einem alternativen Wohnprojekt in Münster. Seit November 1998 arbeitet er als presserechtlich verantwortlicher Koordinationsredakteur der Monatszeitung Graswurzelrevolution, bis Sommer 2003 war er Lehrbeauftragter am Institut für Soziologie der Uni Münster. Als Mitglied des Umweltzentrum Archiv e.V. entwickelte er gemeinsam mit der Künstlerin Silke Wagner für die "skulptur projekte münster 07" das Projekt "Münsters Geschichte von unten" (www.uwz-archiv.de).

Bücher (Auswahl):

* Anarchismus Hoch 3. Utopie, Theorie, Praxis, Unrast Verlag, Münster 2016 2016                              * Anarchismus Hoch 2. Soziale Bewegung, Utopie, Realität, Zukunft, Karin Kramer Verlag, Berlin 2014
* Hg.(mit Graswurzelrevolution): "Ein weltweiter Aufbruch" 35 Jahre Graswurzelrevolution, Verlag Graswurzelrevolution, Nettersheim 2008
* Hg. (mit Freundeskreis Paul Wulf): Lebensunwert? Paul Wulf und Paul Brune. NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand, Verlag Graswurzelrevolution, Nettersheim 2007
* ja! Anarchismus. Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert, Karin Kramer Verlag, Berlin 2006
* Hg. (mit Luz Kerkeling und Martin Baxmeyer): Abel Paz und die Spanische Revolution, Verlag Edition AV, Frankfurt/M. 2004
* Hg. (mit Kerstin Enning und Thomas Oelschläger): Ahaus. Das Buch zum Castor, Verlag Klemm & Oelschläger, Ulm 2000
* Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht? Anarchismus und libertäre Presse in Ost- und Westdeutschland, Verlag Klemm & Oelschläger, Wissenschaft Bd. 2, Ulm 1998
* Serxwebun! Gesellschaft, Kultur und Geschichte Kurdistans, Edition Blackbox, Bielefeld 1998
* Hg. (mit Umweltzentrum e.V.): Atomkraft Nein Kalender 1991, Münster 1990
* Hg. (mit Umweltzentrum e.V.): Atomkraft Nein Kalender 1990, Münster 1989

Buchbeiträge (Auswahl)

* Der diskrete Charme von Hausstaubmilben und Anarchie. Geschichte, Blüte und Scheitern des Münsteraner Umweltzentrum-Archivs, in: Jürgen Bacia/Cornelia Wenzel, Bewegung bewahren. Freie Archive und die Geschichte von unten, Verlag der Jugendkulturen, Berlin 2013                                              * Anarchist and Libertarian Media, 1945-2010 (Federal Germany), in: John D. H. Downing Editor, Southern Illinois University Carbondale, "Encyclopedia of Social Movement Media", SAGE, Los Angeles, London, New Delhi, Singapore, Washington D.C., 2011
*Anarchist and Libertarian Press, 1945-1990 (Eastern Germany)", in: Downing, "Encyclopedia of Social Movement Media", SAGE, Los Angeles, London, New Delhi, Singapore, Washington D.C., 2011
* Der Deutsche Herbst, der Mescalero und die Freiheit der Wissenschaft, in: Ulla Bracht (Hg.), Leben, Texte, Kontexte. Festschrift zum 66. Geburtstag von Dieter Keiner, Peter Lang Verlag, Frankfurt/M. 2006
* 300 Ausgaben gelebte Utopie, in: Bernd Hüttner (Hg.), Verzeichnis der Alternativmedien 2006/2007 Zeitungen und Zeitschriften, AG SPAK Bücher, Neu-Ulm 2006
* Anarchy in the Internet? The Libertarian Press Online, in: Maria Eichhorn: 1. Mai Film Medien Stadt - May Day Film Media City, Portikus-Verlag, Frankfurt/M. 2003
* Was ist Macht? Was ist Herrschaft? Was ist Anarchie? Was ist libertär? - Ein soziologischer Klärungsversuch, in: Christine Idems, Matthias Schoormann (Hg.), Soziologie im Minenfeld. Zum 65. Geburtstag von Christian Sigrist, LIT-Verlag, Münster 2000
* Der "Siegfrieden" der NATO, in: Soziologie im Minenfeld, ebd.
* Histoire du journal Graswurzelrevolution, in: Réfractions numéro 5, Lyon 2000

 

 

Aktuelle Beiträge der Autorin / des Autors

50 Jahre 68 und die neuen Frauenbewegungen

Vom Tomatenwurf zu Netzfeminismus und #MeToo. Ein Interview mit Gisela Notz
Die promovierte Historikerin und Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz lebt in Berlin und war von 1979 bis 2007 hauptberuflich wissenschaftliche Referentin für Frauenforschung im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie wirkte als Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessorin an verschiedenen Unis, war Dozentin an der Internationalen Frauenuniversität in Hannover, Bundesvorsitzende von Pro Familia und von 1985 bis 1997 Redakteurin der Zeitschrift „beiträge zur feministischen theorie und praxis“.
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Krieg in Syrien

Emanzipatorische Perspektiven in einem zerstörten Land?

Innenpolitisch steht US-Präsident Donald Trump auch aufgrund der Veröffentlichung des Enthüllungsbuches „Größer als das Amt“ von Ex-FBI-Chef James Comey unter Druck. Was liegt da aus seiner Sicht näher als auf dicke Hose zu machen und zur Ablenkung einen Angriff mit 100 „schönen Raketen“ (so Trump auf Twitter) auf vermeintliche Chemiewaffeneinrichtungen in Syrien zu befehlen. Dabei ist vielen klar, dass es dem Menschenfeind Trump nicht um die Menschen in Syrien geht, die unter Diktatur und Bürgerkrieg leiden.

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Krieg gegen Rojava

Erdoğans Traum von einem neuen Osmanischen Reich

Im Sommer 1993 habe ich als Teil einer Menschenrechtsdelegation erstmals das türkisch-kurdische Kriegsgebiet bereist. (1) Damals war der Krieg zwischen der türkischen Armee und der Kurdischen Arbeiterpartei PKK eskaliert. Mehr als 4.000 kurdische Dörfer auf türkischem Staatsgebiet wurden zu dieser Zeit durch die türkische Armee zerstört, zigtausende Menschen getötet.

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Erdoğans Krieg in Afrin

Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Mit Blick auf die von ihm geplanten Massenmorde fragte Hitler am 22. August 1939 auf dem Obersalzberg: „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ Der Völkermord an den Armeniern war einer der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts. Er geschah während des Ersten Weltkrieges unter Verantwortung der Regierung des Osmanischen Reichs. Bei den von Türken und Kurden mit Duldung durch das verbündete Deutsche Reich verübten Massenmorden und Todesmärschen 1915 und 1916 kamen etwa 1,5 Millionen Menschen um. Wer die aktuellen Entwicklungen in der Türkei verstehen will, muss sich auch mit dieser Geschichte auseinandersetzen.
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Katalonien, Spanien, Anarchie

Bernd Drücke im Gespräch mit dem Hispanisten, Literaturwissenschaftler und Liedermacher Martin Baxmeyer
Der Hispanist und Literaturwissenschaftler Dr. phil. Martin Baxmeyer (Jg. 1971) forscht an der Uni Münster zur anarchistischen Literatur des Spanischen Bürgerkriegs. Er ist Autor von „Das ewige Spanien der Anarchie“  (edition tranvia) und mit Bernd Drücke und Luz Kerkeling Herausgeber von „Abel Paz und die Spanische Revolution“  (Verlag Edition AV). Zur Leipziger Buchmesse im März 2018 erscheint im Verlag Graswurzelrevolution sein Buch über die anarchistische Ärztin „Amparo Poch y Gascón. Biografie und Erzählung aus der Spanischen Revolution“. (1) GWR-Redakteur Bernd Drücke sprach mit ihm unter anderem über die Geschichte der Spanischen Revolution, den Anarchosyndikalismus und die aktuellen Entwicklungen in Katalonien.
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Rudolf Rocker rockt noch immer

Monika Kupczyk und Bernd Drücke im Gespräch mit der Autorin Emmelie Öden
Die Geschichte der Gewerkschaftsbewegungen ist eng mit dem Namen Rudolf Rocker verknüpft. Rocker war einer der bedeutendsten Theoretiker des Anarchosyndikalismus, Aktivist der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) und Verfasser u.a. der „Prinzipienerklärung des Syndikalismus“. Die FAUD löste sich kurz vor der Machtergreifung der NSDAP auf, um ihre Mitglieder zu schützen. Rocker floh in die USA. Die anarchistische Bewegung in Deutschland wurde in zwölf Jahren Nazidiktatur zerschlagen. Auch an diesen vergessenen Teil der Geschichte erinnerten die FAU Münsterland und die Redaktion der Graswurzelrevolution (GWR) am 25. November 2017 bei einer gemeinsamen Veranstaltung in Münster.
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Freiräume im Ruhrgebiet

Der Dokumentarfilm „Das Gegenteil von Grau“ zeigt den anderen Pott. Bernd Drücke und Merlin Sandow im Gespräch mit dem Filmemacher Matthias Coers

Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil. Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen, anarchistische Zentren entstehen in den Nischen der Städte – unabhängig, selbstbestimmt und gemeinschaftlich.

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