Feminismus

Mikrokredite, Rendite und Geschlecht

Von zuverlässigen armen Frauen und finanzieller Inklusion

Nach Aufstieg und Fall der Mikrokredite als universelles entwicklungspolitisches Instrument zur Armutsreduktion gehen die Mikrofinanzgeschäfte weiter, so wie sich auch der Finanzmarkt nach der Subprime-Krise „erholt“ hat. Hinter dem Wachstum und dem Crash der Industrie steht die Kommerzialisierung der Kreditvergabe an überwiegend arme Frauen. Der neoliberale entwicklungspolitische Konsens, dass Produkte der Mikrofinanzindustrie höchst probate Mittel zur Armutsreduktion sind, wird im Nachgang von Krise und Kritik derzeit modifiziert, aber nicht aufgegeben.

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Frauenpolitik auf die Titelseiten!

in (11.11.2015)

Frauenpolitik kommt in Medien kaum vor. Dieser Befund ist nicht neu, eine aktuelle Studie belegt es nun für 2014. Die Agentur Media Affairs untersuchte die Berichterstattung über frauenpolitische Inhalte in den österreichischen Tageszeitungen „Der Standard“, „Die Presse“, „Kurier“ und „Kronen Zeitung“. Die umfangreichste Berichterstattung gab es zu Frauenquoten.

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Sexarbeit: eine globe Debatte

Themenschwerpunkteditorial iz3w 351 (Nov./Dez. 2015)

»Als Hure biete ich mehr als einen schnellen Fick oder einen Blowjob. Ich biete Akzeptanz und Offenheit, Sexunterricht und Anatomiestunden. Ich stelle einen Raum, in dem sich Leute sexy fühlen können.« Und weiter: »Für mich ist die Schaffung eines solchen Raumes ein feministischer Akt.« Dass solche Aussagen einmal in der iz3w gedruckt werden, wäre noch vor zehn Jahren unvorstellbar gewesen. Wie in der gesamten linken, feministischen und antirassistischen Szene dominierte auch im iz3w-Umfeld jahrzehntelang die Ansicht, dass Prostitution einer der schlimmsten Auswüchse patriarchaler Herrschaft ist und abgeschafft werden muss. Nur so könne der sexuellen Ausbeutung von (oftmals migrantischen) Frauen und dem dominierenden Zwangscharakter von Prostitution – und im weiteren auch von Sexualität – ein Ende bereitet werden.

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Biokapitalismus und die Inwertsetzung der Körper

Perspektiven der Kritik
in (03.04.2015)

In den vergangenen Jahren ist es zu einer verstärkten Diskussion um die kapitalistischen Aspekte von Biomedizin und Biotechnologien gekommen. Dabei ist eine Reihe neuer „Bio“-Begriffe formuliert worden: Biowert, Biokapital, Bioökonomie – um nur die prominentesten zu nennen. Hintergrund dieser Debatte ist zum einen die Tatsache, dass auch kritische Analysen zur Biopolitik lange Zeit ökonomische Prozesse vernachlässigt haben, obwohl etwa die Kommodifizierung von Körperstoffen – insbesondere im Bereich der Reproduktionsmedizin – längst global und alltäglich geworden ist.¹ Zum anderen hat die Diskussion zum Biokapitalismus auch dadurch Auftrieb erhalten,

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